Geschichte

1921: Die Gründung der Deutsch-Italienischen Handelskammer

Im Dezember 1921 gründen sechs deutsche und italienische Kaufleute die Deutsch-Italienische Handelskammer in Mailand. Das Besondere am Konzept der neu gegründeten Handelskammer ist die enge bilaterale Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien im Dienste der Wirtschaftsakteure beider Länder. Im Mittelpunkt steht daher nicht die einseitige Exportförderung im Interesse eines einzigen Landes, sondern die Stärkung der beidseitigen Wirtschaftsbeziehungen mit dem Ziel, das deutsch-italienische Wirtschaftsverhältnis in seiner Gesamtheit, also den Handel mit Waren und Dienstleistungen sowie Investitionen zu fördern.

Die Gründung geht auf die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg zurück, als Deutschland und Italien, die vormals bereits wichtige Wirtschaftspartner waren, die Wiederannäherung suchen und die Überwindung der Kriegsfolgen anstreben.

Mit dem ersten Vorläufigen Handelsabkommen zwischen Deutschland und Italien erfolgt im Jahr 1921 zunächst auf wirtschaftspolitischer Ebene ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Mit ihrer Gründung Ende 1921 leistet auch die Deutsch-Italienische Handelskammer einen wichtigen Beitrag zur Festigung des Wirtschaftsverhältnisses und etabliert sich innerhalb kürzester Zeit zu einem wichtigen Partner beider Regierungen im Hinblick auf die Förderung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen.

Im September 1924 tagen in Berlin erstmals die deutschen Auslandshandelskammern. Dies bildet Anlass zur Gründung des weltweiten Netzwerks der Auslandshandelskammern (AHKs), dessen Koordination der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) übernimmt. Die Deutsch-Italienische Handelskammer ist von Anfang an eine Unterstützerorganisation dieses Netzwerks.

Die Nachkriegszeit und das Wirtschaftswachstum

Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs führt zum vollständigen Abbruch der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und seinen internationalen Wirtschaftspartnern und folglich stellen auch alle AHKs ihre Tätigkeiten ein.

Nach Kriegsende macht die Deutsch-Italienische Handelskammer den Anfang und stellt bereits am 15. Dezember 1946 als erste AHK die Wirtschaftsbeziehungen zu einem anderen Land wieder her.

Auf Krieg und Nachkriegswirren folgen der Wiederaufbau und später das Wirtschaftswunder. Schon nach kurzer Zeit werden die beiden Länder wieder wichtige Wirtschaftspartner. Das starke Wiederaufleben der deutsch-italienischen Wirtschaftsbeziehungen ist größtenteils dem europäischen Integrationsprozess, mit den Römischen Verträgen von 1957 und schließlich der Gründung der Europäischen Union im Jahr 1992 als Höhepunkte, zu verdanken.

Auch die deutsche Wiedervereinigung eröffnet neue Möglichkeiten für die bilaterale Zusammenarbeit: Beim Aufbauprozess der neuen Bundesländer spielen die italienischen Unternehmen eine wichtige Rolle, in dem die Deutsch-Italienische Handelskammer ihrerseits eine wichtige Funktion als Wirtschaftsvermittler einnimmt.

Italien ist somit seit den 90er Jahren Deutschlands zweitwichtigster Handelspartner und Deutschland wiederum Italiens wichtigster Wirtschaftspartner.

Der europäische Gedanke bzw. die politische, wirtschaftliche und kulturelle Grenzöffnung in Europa bringt einen Investitionszuwachs sowie mehr internationale Kooperationen und Partnerschaften mit sich. Um den neuen Herausforderungen auf dem globalen Markt wirksam/erfolgreich zu begegnen, hat die AHK Italien eine Bandbreite an Informations-, Beratungs- und Vermittlungsdienstleistungen entwickelt, die sich sowohl an Mitglieder als auch an Nicht-Mitglieder richtet.

Das neue Jahrtausend: DEinternational Italia und Dual.Concept

Mit dem verstärkten Handelsaustausch zwischen Deutschland und Italien sind auch die Mitgliederzahl und der Bedarf nach neuen Dienstleistungen gewachsen. Dies führt dazu, dass die Deutsch-Italienische Handelskammer ihr Profil und ihre Geschäftstätigkeiten überarbeitet. So wird in der Generalversammlung von 2007 eine grundlegend neue Satzung verabschiedet, in der die Zugehörigkeit zum Netzwerk der Auslandshandelskammern expliziert und die Gründung einer Dienstleistungsgesellschaft beschlossen wird, mit dem Ziel, den Anforderungen international agierender unternehemen gerecht zu werden.

Am 1. Januar 2008 wird die DEinternational Italia ins Leben gerufen, eine Gesellschaft, die über ein umfangreiches Angebot an Dienstleistungen und Beratungsmöglichkeiten für die Internationalisierung deutscher und italienischer Geschäftstätigkeiten verfügt.

Im Jahr 2015 wird zudem die Berufsbildungsgesellschaft Dual.Concept gegründet, die in ganz Italien speziell für das duale Berufsausbildungsangebot nach deutschem Vorbild zuständig ist.